Trends Content Website Aggregation 2023

5 Trends (und 2 Nicht-Trends) in der Content-Website Aggregation für 2023

Als einer der global führenden Content-Website Aggregatoren haben wir einige einzigartige Einblicke in die Märkte, sei es durch den Betrieb von mehr als 20 Websites in 10 Ländern zusammen mit renommierten Medien, unsere Partnerschaften mit verschiedenen Marktplätzen und Brokern, unsere Mitbegründer wie Olaf Schmitz, der für Amazons Werbepartner in Europa verantwortlich war, oder Branchenexperten, mit denen wir regelmäßig im Austausch sind. Gerne teilen wir mit Euch 5 Trends und 2 Nicht-Trends, die wir bei TreasureHunter für 2023 im Bereich der Content-Websiten Aggregation sehen, aber wie immer gilt: DYOR und YMMV (z.B. warum wir etwa 80% aller angebotenen Content-Sites ablehnen).

#1 Die Exit Multiples werden weiter sinken

Seit Anfang 2022 beobachten wir sowohl auf im EU- als auch im US-Markt einen anhaltenden Trend hin zu sinkenden Exit-Multiplikatoren für Content Webseiten als isolierte Assets in unserem Sweet Spot, SDE 100k+. Diese Beobachtung deckt sich mit den Erfahrungen anderer professioneller Käufer, etwa Michael Bereslavsky von Domain Magnate, der monatliche Multiples bei 30-35x SDE sieht (Richard Patey berichtete im Flippa ALT Substack alts.substack.com am 2. November darüber, sehr zu empfehlen). 5 Gründe, warum sich dieser Trend auch in 2023 fortsetzen wird:

  • Makro Klima und steigende Zinsen, damit höhere Kosten für Fremdkapital…
  • …gleichzeitig wieder auferstehende Anlageoptionen für Investoren im Niedrigrisikobereich
  • führen zu noch weniger professionellen Ankäufern, insbesondere für 6-stellige Assets
  • während eine Professionalisierung der Ankäufer, analog zum Amazon FBA Aggregatoren Markt, schon strukturell nicht zu erwarten ist
  • hinsichtlich des Angebots dieses aber relativ konstant bleiben bis leicht steigen wird, da das makroökonomische Umfeld Asset Owners zu einer Liquidierung der Assets bewegen könnte

#2 Off-market wird Fahrt aufnehmen

Anknüpfend an #1 ist ein stärkerer Fokus auf off-market Deals der nächste logische Schritt. Wenn wir die Aggregation von Content Webseiten als Micro PE ähnliche Unternehmung betrachten, so ist dieser Schritt tatsächlich überfällig, da Private Equity regelmäßig aktiv auf der Suche nach Deals ist. Käufer, die in den nächsten Jahren, bedingt u.a. durch schlechteren Zugang zu Kapital und allgemeiner Marktstimmung, jeden Deal sehr genau ansehen werden, müssen spätenstens zum Aufbau eines synergetischen Portfolios den Blick immer über über den on-market Tellerrand Richtung off-market schweifen lassen. Eben diese Tendenz hat Flippa frühzeitig erkannt und mit Flippa off-market ein passendes Produkt gestartet, das von der Datenbasis noch in der Beta wirkt, in Zukunft aber Dreh- und Angelpunkt für Käufer werden könnte. Zumindest für die Käufer, die noch kein eigenes data mining implementiert haben.

#3 Flipper Fred wird aussterben und Strategic Sally & Portfolio Paul durch die Decke gehen

Für die EmpireFlippers Personas Newbie Norm, DIY Dave und Flipper Fred mag die Zukunft düster aussehen. Steigende Konkurrenz in den Verticals, professionelle Ankäufer, strategische Investoren sowie Medienhäuser werden den seit Jahren bestehenden Ausbau des digitalen Segments weiter vorantreiben. Dazu wird sich die Bildung synergetischer Portfolios, mit allen verbundenen Vorteilen für diese Assets und alle Nachteile für andere Marktteilnehmer, weiter durchsetzen. Genau dies lässt sich in diversen Themengebieten, etwa Finance mit RedVentures oder Gaming mit GAMURS, beobachten und wird sich weiter verstärken. Ohne dediziertes M&A+tech+sales team und ohne erfahrenes Management eine einzelne content Webseite zu kaufen wird, unabhängig von der Preisklasse, immer noch unattraktiver werden. Und laut den EmpireFlippers Daten kämpfen aktuell schon 2/3 der Käufer mit sinkendem ROI, vgl. https://empireflippers.com/digital-assets-roi-study/ .

#4 Kleinanlegern eröffnet sich eine neue Anlageklasse

Gerade für Kleininvestoren zeichnen wir ein düsteres Bild in Sachen Content Webseiten Investments. Aber es wird auch positive Neuigkeiten geben: Content Webseiten und andere digitale Assets werden zu einer zugänglichen Assetklasse durch partielle Teilhabe, ähnlich wie Startups, Immobilien, Ackerland, Spielkarten, Sportwägen, Musik Lizenzrechte u.v.m. Mit EmpireFlippers Capital und dem IPO von onfolio gestartet, jetzt von Flippa Invest befeuert, wird der Trend in 2023 weiter Fahrt aufnehmen. Kleinanleger werden in Zukunft die Chance haben, diversifiziert in digitale Assets zu investieren, ohne sich einen Hauptberuf zu erkaufen oder bzgl. dem operativen Betrieb ins kalte Wasser springen zu müssen. Dies mag für viele Newbie Norm, DIY Dave & Flipper Freds eine wirtschaftlich attraktive Alternative zu einem Eigeninvestment darstellen. Spannend wird, ob Plattformen weitere Lösungen schaffen oder ob sich Operator zusammenschließen oder Eigenlösungen starten werden. Und was kommt danach? Eine Meta Plattform für Aggregatoren digitaler Assets, Hedanova-like?

#5 Alternative Beteiligungsformen werden sich etablieren

​​Das Wachstum von Portfolios auf der einen und sinkende Multiples in einem Käufermarkt auf der anderen Seite werden dazu führen, dass verstärkt alternative Beteiligungsformen im Markt aufkommen und angenommen werden, etwa content licensing oder Minderheitsbeteiligungen. Dabei profitieren die Verkäufer vom bestehenden Portfolio, dem Traffic, den Werbechancen, Content Synergien und vielen anderen Bausteinen des strategischen Partners aka Käufers. Der Käufer hingegen kauft nicht nur ein isoliertes Asset, sondern auch das Management und damit die Kreativität hinter dem Frontend.

Nicht Trend #1: Alternative Finanzierungsformen werden zunehmen

Im Gegensatz zu trends.vc sehen wir im vorherrschenden Marktumfeld nicht, dass sich Finanzierungsoptionen verbessern werden, insbesondere für retail investoren. Gerade revenue-based financing und andere, nicht verwässernde Finanzierungsformen, werden dazu übergehen, PE-like, mehr auf das Management als auf die Assets

Nicht Trend #2: Automatisiertes M&A

Technische Anbindungen und Strukturen werden mehr Transparenz in den Kauf digitaler Assets bringen. Gleichzeitig wird gerade im Segment der Content Webseiten eine ausführliche due diligence nicht durch eine tech-basierte, kursorische Prüfung ersetzt werden können. Nicht nur wegen der vielen individuellen Facetten von Webseiten, sondern auch, wie Tiam, unser CSIO treffend anmerkt: „M&A steht und fällt mit dem Dialog zum Verkäufer“

Eines steht fest, 2023 wird ein sehr spannendes Jahr. Abseits der genannten Themen kann auch die Entstehung von größeren Käufern durch M&A ein Thema sein, wie auch bei den FBA Aggregatoren geschehen, ebenso der Aufstieg von Influencern in der Branche (Mushfiq Sarker hier auch weit vorne dabei), zunehmende Vernetzung oder erste (digitale) Konferenzen sowie OaaS als Mischung zwischen Akquisition und externem Management.

Wenn Du Fragen zu den Trends oder zu unserem Ansatz beim Aufbau von Content-Site Portfolios hast, kannst Du Dich gerne jederzeit an uns wenden:

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Über den Autor

Michael ist Co-Founder & Co-CEO bei TreasureHunter und Co-CEO bei ever-growing, einem führenden europäischen PubTech-Unternehmen auf dem Markt für Produktvergleiche.

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